Mai: Dharma

Dharma, eines der fundamentalen Konzepte der yogischen Philosophie, besagt, dass jede Form des Lebens einen innewohnenden Sinn für seine Existenz besitz. Der Ursprung des Wortes dharma, „dhri“, der „halten“, „unterstützen“, oder „tragen“ bedeutet, bezeichnet eine Stütze, ein Tragen von innen heraus.  Dharma ist die Essenz einer Sache; es ist das, was eine Sache das macht, was sie ist. Manchmal wird Dharma als „Absicht“ übersetzt und oft als „seinen Traum zu leben“ verstanden. Eine solche Interpretation spiegelt aber nur ein westliches, kapitalistisches, ziel- und profitorientiertem Denken wieder, und verfehlt weit die eigentliche Bedeutung von Dharma.

Wenn man sich ganz ehrlich das gut gemeinte Bemühen „mit Absicht zu leben“ oder seine „Träume zu verwirklichen“ in unserer westlichen Welt ansieht, dann merkt man vielleicht, dass dieses Streben nach einer Aufgabe noch immer von einer hedonistischen Suche nach Glück getrieben ist. Glück, als ein Zustand, der zu oft auf dem Wunsch, sich gut zu fühlen, basiert, und von unserer Fähigkeit, äußere Umstände zu kontrollieren, abhängt. Viel zu oft ist der Drang absichtsvoll zu leben nur ein Versuch das Verlangen des „niederem Selbst“ zu befriedigen. Unser „Höheres Selbst“, aber weiß, dass wir weder unser Dharma kreieren noch danach jagen müssen, da es unsere Grundessenz ist. Alles was es wirklich zu tun gibt, ist zur Ruhe zu kommen und zu sehen, was schon da ist. Wenn wir wirklich unser Dharma leben, tuen wir einfach das, was gerade vor uns ist, ohne in ein ausgemaltes, gewünschtes Resultat verfangen zu sein, einen bestimmten Gefühlszustand erreichen zu wollen, oder zu kontrollieren was um uns herum passiert.

Unsere Yoga Praxis auf der Matte, spiegelt uns wieder ob wir von unserem „niedrigen Selbst“ getrieben werden eine Absicht zu erfüllen, die wir für uns selber geschaffen haben oder ob wir bescheiden das tuen, was uns bestimmt ist.

Versuchen wir auf der Matte Perfektion zu erreichen, drängen wir uns selbst weiter, tiefer und darüber hinaus zu gehen, was für uns gerade passend ist?

Steigen wir auf unsere Matte mit einer gewissen Erwartung darüber, was wir können sollten?

Sind wir nur auf das Erreichen der finalen Position fixiert?

Oder aber; können wir von einem Zustand aus dem „im höheren Selbst ruhen“ praktizieren und akzeptieren wo auch immer wir gerade stehen? Können wir unserer Praxis einfach nur nachgehen und von dem Resultat loslassen? Und Dinge wir mehr Kraft, Flexibilität, und Wohlbefinden als angenehme Nebenprodukt schätzen aber nicht als Endresultat betrachten?

Wenn wir unser Dharma Leben, können wir das eigentliche Ziel von Yoga erreichen. Denn ultimativ ermöglicht unsere Yoga Praxis uns von der Täuschung der Trennung zu der Realität des Eins-Seins zu gelangen. Zu der beständigen Wahrheit, das alles eins ist, aufzuwachen in dem wir unser Dharma leben, ist ein kompletter Unterschied zu dem unbeständigen, hedonistischen Gefühl von Glück, dass wir dadurch erlangen, einfach „unseren Träumen zu folgen“. Wenn wir unserem wahren Dharma folgen sind wir nicht mehr in unsere kleinen Pläne und Vorstellungen, und an dem was wir für uns herausholen können, interessiert. Ganz im Gegenteil, wir werden die Totalität von allen Dingen verstehen, und werden daran interessiert sein, zu sehen, was wir zum Leben beitragen können und wie wir in allem was wir tuen, dienen können.

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