April: Pratyahara

“Pratyahara – Das Nachinnen Kehren der Sinne”

Die Tage werden länger, die Sonne beginnt immer kräftiger zu scheinen und die ersten Blumen sprießen. Wieso würden wir uns dann gerade jetzt, wo die Welt aus ihrem Winterschlaf erwacht, der Praxis von „Pratyahara – dem Nachinnen Kehren der Sinne“ widmen wollen?

Speziell in dieser Zeit, wenn alle unsere Sinne natürlicherweise wieder nach außen gehen wollen und die Frische und Novität des Frühlings genießen möchten, kann uns durch unsere Yoga Praxis bewusstwerden, wie sehr wir von uns selber wegkommen, wenn wir zu der äußeren Welt erwachen. Die Praxis von „Pratyahara“ lehrt uns, unsere Aufmerksamkeit nach innen zu richten und uns nicht durch die unbeständigen, äußeren Erscheinungen ablenken zu lassen. Durch Pratyahara lernen wir, die Welt um uns herum, unsere Gedanken und unseren Atem von einem inneren Ort der Stille zu beobachten.

Viel zu oft lassen wir uns ablenken durch das, was um uns herum passiert und bewusst oder unbewusst beginnen wir Erfüllung durch äußere, materielle Dinge zu jagen. Sobald wir den perfekten Job haben, endlich diese Beziehungsprobleme lösen, das nächste Reise Abenteuer buchen, …. und die Liste kann ewig weitergeführt werden, dann – so glauben wir – werden wir glücklich und zufrieden sein. Pratyahara lehrt uns diese Verstrickungen loszulassen in dem wir beginnen nach dem Ursprung von Frieden und Glück in unserem Inneren zu suchen.

Auch in unsere Yoga Praxis können wir uns fragen wie sehr wir an Äußerlichkeiten festhalten:

Können wir nur mit einem bestimmten Lehrer praktizieren?

Brauchen wir die perfekte Matte, Atmosphäre und Musik und das perfekte Outfit, Studio und den richtigen Temple um uns unserer spirituellen Praxis zu widmen?

Vergleichen wir uns mit der Person auf der Matte neben uns oder versuchen wir den Lehrer mit unserer Praxis zu beeindrucken?

Wieviel von unserer Aufmerksamkeit liegt wirklich in uns und wieviel verschwenden wir an dem, was um uns herum passiert sobald wir auf unsere Matte steigen?

Können wir wirklich üben unsere Sinne nach innen zu kehren?

Können wir einen Ort der Stille in uns finden, der uns erlaubt in diesem Moment gewahr zu werden?

Können wir die Tiefe und Fülle des Lebens nicht nur durch unseren Intellekt, sondern durch die Gesamtheit unseres Waren Wesens – unserem Höheren Selbst – erfahren?

Können wir, durch die Praxis von Pratyahara, zur Ruhe kommen und vollkommen präsent sein?

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